Erste Hilfe bei „Trigger-Alarm“

Gabriele Schleginski | Trigger-Alarm |

Familiencoaching. Das Bild zeigt ein Kind, das seine Mutter anschreit.
  1. Schritt: Bewusstmachung
  • Mach mal eine Liste von all den Menschen, die dich sehr triggern und schreib dir von jedem Einzelnen die Themen auf, die dich triggern.
    Was lässt dich explodieren, wütend werden, erstarren, kränken, ver­letzen, schämen, flüchten, schreien, schimpfen, schlagen usw. …?
    Bei welchen Themen bist du sofort auf 180? Was kann dich voll aus der Reserve locken und in Zustände bringen, die du nicht willst und in de­nen du dich kaum bis gar nicht mehr wiedererkennst?
  • Reagierst du mehr auf Worte, Gesten, Körperhaltungen. Mimik, Schwei­gen, Gerüche, körperliche Übergriffe, Lehrmeisterei, Schuldfragen, Far­ben, Dinge oder anderes?
  • Schreibe deine Reaktionen auf und wie du gerne lieber reagieren wür­dest, wie du gerne lieber über dich und dein Gegenüber denken würdest, welche Haltung du gerne bei vermeintlichen Angriffen einnehmen möchtest und wie dein Leben sich verändern würde, wenn dich nichts mehr triggern könnte?
  • Mach dir all dies bewusst, denn es ist der erste Schritt in deine Befrei­ung! Wenn du eine Idee gewinnst, wie du es anders haben möchtest, wie du eigentlich gerne sein willst, dann setzt du den Grundstein für ein lie­bevolles, friedliches und freies Leben!
  1. Schritt: Erste-Hilfe-Maßnahmen
  • Wahrnehmen, dass dich etwas triggert und es „annehmen“! Einen Moment innehalten: „Aha, es ist tatsächlich so, ich fühle mich getriggert!“
  • Nachdem du deine Reaktion erfasst hast, gehst du einen Schritt zur Seite oder du setzt dich hin oder machst etwas, was anders ist als sonst und bereitest dich auf den nächsten Schritt vor! Wenn du sehr aufgeregt bist, dann hilft „Schütteln“, einfach richtig durchschütteln, Grimmassen zie­hen oder alles aussprechen, was gerade doof ist und deinen Gegenüber einladen, es auch zu tun!
  • Platziere beide Füße bewusst und mit voller Fußsohle auf dem Boden und gib dir „Erdung“! Spüre den Boden unter deinen Füßen und schließe gerne kurz die Augen, um dich besser in deinen Füßen spüren zu kön­nen und dann atme ganz bewusst. Auf 4 durch die Nase einatmen und auf 6 oder mehr durch den Mund ausatmen. Falls dein Gegenüber will, kann er gerne mitmachen. Fühle in dich, wie lange du brauchst, um deine Reaktionen, deinen Geist zu beruhigen oder abzukühlen. Kann sein, dass es plötzlich ganz still wird in dir oder um dich herum. Kann sein, dass du dich nicht runterregulieren kannst. Dann sag deinem Ge­genüber, dass du eine kurze Pause brauchst oder mach ein Fenster auf und stell die wichtige Frage: „Und jetzt?!“
  • Versuche ins Gespräch zu kommen und bleibe dabei ganz ruhig und sach­lich. „Was machen wir da gerade eigentlich? Ich mag es nicht, wenn wir streiten. Magst du das?“ Die Reaktionen abwarten und gemeinsam überlegen, wie die Situation friedlich gelöst werden kann. Dem Gegen­über Beispiele nennen, was man gerne an ihm mag oder gerne mit ihm macht, statt streiten und schimpfen.
  • Wenn dein Gegenüber weiter streiten will oder bockig bleiben will, dann geh einfach in einen anderen Raum und sage: „Wenn du fertig bist, kannst du ja nachkommen, ich freue mich auf dich!“
  1. Schritt: Feiern
  • Wenn es dir gelungen ist deinen Trigger zu neutralisieren oder zu umge­hen oder durch dein Bewusstsein auszuschalten, dann feiere dich und dein Gegenüber dafür, dass ihr euch von einem Streit befreit habt und wieder in der Liebe und Leichtigkeit angekommen seid!
    Feiere dich dafür, dass du mit jedem „Ausstieg aus dem Trigger-Alarm“ alte Überlebensmuster loslassen kannst und dein Gegenüber als den Menschen sehen kannst, der oder die er wirklich ist!
    Denk immer daran: Das, was der andere in mir sieht oder wahrnimmt, ist er selbst und das, was ich im anderen sehe oder wahrnehme und wie ich auf ihn reagiere, hat mit mir zu tun und kann nur von mir gelöst werden!
  • Sei dir bewusst, dass du die Verantwortung für deine Gedanken, Gefühle und deine Handlungen hast! Nur du, unabhängig davon, was dein Ge­genüber dir liefert!
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